Die Frühstücksbrezel – Teil 2

Ich betrete die Bäckerei und schaue verwirrt die Verkäuferin an. Sie hat meine Salzbrezel noch nicht eingepackt.

„Eine Salzbrezel“, flüstere ich ein wenig verunsichert, greife mir eine Zeitung vom Bildzeitungsstapel und setze ein „und eine Bild“ hintendran.

„Tut mir leid. Salzbrezeln hab ich heut nicht. Der Lieferant hat uns versetzt.“

Aber als gute Verkäuferin hat sie natürlich gelernt, daß man einen Kunden nicht einfach so wieder rausschicken kann.

„Darfs vielleicht ein Stück Butterkuchen sein?“

Es ist auf nichts in der Welt verlass.

Die Frühstücksbrezel

Heute Morgen beim Bäcker: Ich betrete den Laden und will gerade meine Bestellung aufgeben, da überreicht mir die Bäckersfrau lächelnd eine Papiertüte und säuselt „95 Cent“. Ein kurzer Blick in die Tüte bestätigte mir, daß sich im Inneren die von mir zwar gewünschte, aber akustisch noch nicht bestellte Frühstücksbrezel befand. Die Verkäuferin war einfach mal davon ausgegangen, daß ich wie den Tag zuvor auch schon den gleichen Wunsch nach merkwürdig gebogenen und mit Salz bestreuten Laugengebäck haben würde. An sich eigentlich nichts wildes, aber ich war gestern zum ersten Mal nach vielen Wochen mal wieder in dieser Backstube und habe vorher durchaus auch schon andere Backwaren geordert. Was wäre denn gewesen, wenn es mir heute stattdessen nach einem Schokobrötchen, einer Käsesemmel oder einem Bauernstuten gelüstet hätte?

Ich habe gestern im Supermarkt um die Ecke einen Müller-Joghurt mit Minifussbällen gekauft. Steht seit heute morgen verzweifelnd wartend eine arme Kaufland-Verkäuferin mit einem Päckchen Joghurt im Vorraum des Geschäftes und erwartet mich? Ich glaub ich schau gleich mal nach.

30 Grad Celsius

Halleluja, meine E-Gitarre ist endlich da und ich muss schon sagen … Holla. Was so ein kleiner 20 Watt Verstärker zu leisten vermag ist schon nicht übel. Jetzt muss nur noch der Gitarrist seine Künste ein wenig verbessern. Aber zur Zeit wird sich eh keiner über mein Gitarrengeplänkel beschweren. Es gucken ja schließlich alle Fußball oder bestellen Kuchen im Internet: 291,33 Euro für ein Stück Marmorkuchen.
Zu guter letzt bleibt noch zu sagen, daß ich langsam wegfliesse. 30 Grad Celsius hats hier auf meinem Balkon und der Rest von Deutschland wird dabei nicht wesentlich anders wegkommen. Genau das richtige Wetter um sich im Liegestuhl langzumachen und die Nase im Schatten eines Buches vor der Sonne zu verstecken. „Tödlicher Ruhm“ von Ben Elton ist kürzlich bei mir im Briefkasten gelandet. In der Fernsehshow „Hausarrest“ (hier besser bekannt als Big Brother) geschieht ein Mord. Bin mal gespannt, welchen Weg die Handlung einschlägt, denn irgendwie müsste die Klärung des Verbrechens ja rechnt schnell erledigt sein. Ist ja schließlich alles überwacht, oder?

So, nu aber noch viel Spaß bei der WM. Die Jungs von der Polizeiwache die Straße runter schauen bestimmt auch wieder. Wozu sonst steht sonst bei denen direkt im Fenster eine DVBT-Antenne.

Es geht voran, oder „Das Wort zum Mittwoch“

Was haben die Wirtschaftsexperten doch gejammert und geflennt. Alles umsonst und vergebens, denn es geht wieder voran mit der deutschen Wirtschaft. Der Beweis dafür, daß die Deutschen wieder genug Geld zum ausgeben haben, wird am 09.06.06 um 16:25 Uhr geliefert. Knapp 2 1/2 Stunden vor Anpfiff des Eröffnungsspieles Deutschland gegen Costa Rica kann sich dann ein Ebay-Kunde über den Erwerb eines Stückes Marmorkuchen freuen, dessen Maserung an die Umrisse des WM-Pokales erinnert.

Ich will mich an dieser Stelle keineswegs über den zukünftigen Käufer des bisher 263,- Euro schweren Bäckereierzeugnisses lustigmachen, denn hat nicht schon Al Bundy damals das Gesicht von Elvis Presley in sein T-Shirt geschwitzt und habe ich nicht selbst höchstpersönlich erst letzte Woche einen überlagerten Joghurt geöffnet, auf dessen felligen Überzug ich das Antzlitz Jesus Christi zu erkennen glaubte.

Mir gibt das ganze Hoffnung, denn schließlich können wir hieraus folgendes Entnehmen:
Jesus lebt, Elvis führt ein geheimes Dasein als Tankwart in Tennessee und Deutschland wird Weltmeister.

Auf jeden Fall werde ich diese Auktion mal weiter beobachten. Spaßbieter sind ja bekanntlich nicht gern gesehen.

Der Dialog des Tages

A: Hey, du hast da aber schicke Sandalen an.
B: Jaja, da schaust Du, was? Mit solchen Sandalen
haben die alten Römer schon ganz Europa erobert.
A: Mag sein, aber die trugen auch keine weissen Tennissocken dazu.