Renovierungsstress

Endlich ist wieder Normalität eingekehrt. Fast eine Woche haben meine Frau und ich nun damit verbracht, unser Wohnzimmer ein wenig wohnlicher zu gestalten. Das bedeutet in unserem Falle eine sonnengelbe Tapete, ahornfarbenes Laminat und eine Neuanordnung unserer Möbel. Völlig aus meinem Zeitplan gerissen hat mich der so simpel klingende Vorgang des „Tapeteabreissens“. Einen kompletten Tag hat es gedauert, diese elende Tapete zu entfernen. Der Teufel allein weiss, was in diesem Kleister damals noch alles gewesen sein muss. Auf jeden Fall war das für mich der letzte Tapetenwechsel. Ich hab da fürs nächste Mal eine ganz andere Idee.

Am Ende dieser WM stehen doch überall diese netten großen Videoleinwände herum. Die werd ich mir schnappen, an meinem PC anschließen und vor die Wände in meinem Wohnzimmer plazieren. Wenn mir dann die alte Tapete nicht mehr gefällt, ziehe ich mir einfach ein neues „Wallpaper“ aus dem Internet. Geht viel einfacher, ist nervenschonender und vor allem auch günstiger.

Ein Märchen

Es war einmal ein König, der seinen Sohn in die Welt hinaussandte, damit er sich eine holde Maid erwählen solle. Der Königssohn tat wie ihm geheißen wurde und fand nach einer langen beschwerlichen Reise endlich eine hübsche Bauerstochter, deren bezauberndes Antlitz ihm das Herz schier in der Brust zerspringen ließ. Doch trotzdem der Prinz ein gutausehender, muskulöser, gebildeter und nicht zuletzt wohlhabender Mann war, stellte das junge Mädchen eine Bedingung.

http://jansmission.com/

Die schönsten Märchen schreibt das Leben doch selbst, oder?

Cover-Versionen

Uuuuaaah, ich hasse es, wenn ich mich korrigieren muss, aber in diesem Fall ist es leider mal wieder nötig. Zur Vorgeschichte: Ich bin ein absoluter Gegner von Coverversionen bekannter Songs aus den 80´er Jahren. Nehmen wir beispielsweise eine CD aus der umglückseeligen „Future-Trance“ Reihe. Dort finden sich immer ein paar Tracks, bei denen sich meine Fußnägel aufrollen. Seien es gute alte Songs von Kim Wilde, Gazebos geniales „I like Chopin“ oder nun gerade aktuell „We are the Champions“ im Original von Queen, nun aber neu aufgelegt vom verrückten Frosch. Furchtbar. Immer wieder habe ich mich dabei gefragt, warum so etwas sein muss. Fällt den Musikproduzenten von heute denn nichts neues mehr ein? Früher gab es sowas doch auch nicht. In den guten alten 80´ern wurde doch schließlich auch alles selbständig komponiert und getextet.

Vorgestern schaute ich mir dann eine Folge der Zeitreiseserie „Zurück in die Vergangenheit“ auf DVD an. In einer Szene dudelte plötzlich im Radio ein Lied, das mir sehr bekannt vorkam. Es war „Dancing in the Street“ von Mick Jagger und David Bowie. Dummerweise ist dieses Lied von 1985 und der Zeitreisende aus der Serie befand sich gerade im Jahr 1963. Also hab ich mal ein wenig rumgegoogelt und … Bowie und Jagger haben tatsächlich gecovert. Das Original singt eine Damentruppe namens „Martha & the Vandellas“. Und wieder bröselt ein Stück meines Weltbildes dahin.

Werbung

So, nun kommt der Augenblick, in dem der Opa in mir seine „Werthers Echten“ verteilt und von früher erzählt, denn früher war ja bekanntlich alles besser. Beispielsweise lief früher nicht einfach so ein Werbespot hinter dem anderen. Oh nein. Da gab es zwischendurch immer die Mainzelmännchen. Okay, die gibt es heute auch, aber ich rede nicht von diesen supertrendigen Cybermainzelmännchen von heute, sondern von den guten alten, die noch ihr Mützchen angehoben und den Zuschauer mit einem langgezogenen „Gudn Aaaaaabend“ begrüsst haben. Oder Ute, Schnute und Kasimir mit ihrem Hund Moppel. Das waren noch Zeiten.

Wie ich jetzt auf Werbung komme? Nun, ich habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Denn zusätzlich zur Adresse duebelsgeistesblitz.blogspot.com ist dieser Blog nun auch unter derduebel.kann.es erreichbar. Möglich machts www.weiss.es

Die neue URL kann man sich einfach besser merken und zusätzlich schmeichelt sie meinem Ego.
Einziger Wehrmutstropfen ist ein kleiner unscheinbarer Werbebalken gaaaanz unten auf der Seite. Dort werden nun von taiwanesischen Landfrauen handgeknüpfte Schlauchboote und andere interessante Sachen an den Mann gebracht. Wer sich dies dennoch nicht antun möchte erreicht die Seite natürlich noch immer unter der alten Adresse.

Hör mal wieder zu

Neulich ist mir aufgefallen, daß doch sehr oft Konversation betrieben wird, bei der keiner der Gesprächsteilnehmer wirklich auf das Gesprochene des anderen eingeht. Kurz gesagt, man quaselt auf das fürchterlichste aneinander vorbei. Hier ein Beispiel.

Zeit: Samstag, 10:30 Uhr
Ort: Supermarkt, Kasse
Person A: Kassierin, Mitte 40, gestresst
Person B: Kunde, Anfang 30, auch nicht besser dran

A: Macht 53,97 Euro.
B: (reicht die Karte rüber) Bitte sehr.
A: (nimmt die Karte) Danke sehr.
B: (unterschreibt schweigend den rübergereichten Kassenbeleg)
A: (überprüft die Unterschrift auf dem Beleg mit der auf der Karte)

STOP

Seit Wochen, Monaten, nein, sogar Jahren folgt auf diesen Akt die von Person A ausgesprochene Abschlussformel „Dann wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende“, worauf Person B dann antwortet „Danke, Ihnen auch“. Seit neuesten haben die Kassendamen jedoch einen gänzlich neuen Spruch drauf und der reisst viele Einkäufer völlig aus der Routine.

A: Waren Sie zufrieden mit Ihrem Einkauf bei uns?
B: Danke, Ihnen auch.

Was schließen wir daraus? Es wird viel geredet, ohne wirklich etwas zu sagen. Am besten kann man dies mit einem kleinen Experiment beweisen. Wenn das nächste mal eine Person niest, sollte man nicht „Gesundheit“, sondern ein beliebiges anderes Wort sagen. Dies kann zum Beispiel „Semmelbrösel“, „Senfgurke“ oder „Gartenzaun“ sein. Ich wette, daß Opfer mit der Schnupfennase wird dies nicht registrieren und sich brav und artig gemäß dem „Hatschi-Gesundheit-Danke“-Ritual bedanken.