Fleischbeschau beim Bäcker

Sonntags bin ich ein Langschläfer. Naja, eigentlich schlafe ich gar nicht mal soooo lang, aber immerhin lang genug, um beim sonntagmorgendlichen Bäckerbesuch ein langes Gesicht zu machen, da die Auswahl nicht mehr so reichhaltig ist. Nach Sesam- oder Mohnbrötchen brauche ich ab 10 Uhr eigentlich gar nicht mehr zu fragen. Letzten Samstag war meine Frau beim Brötchenholen jedoch pfiffig und hat sich ihr Spezialbrötchen für den nächsten Tag einfach zurücklegen lassen. Tolle Sache. Kein Problem.

So watschle ich also am Sonntagmorgen in die Bäckerei, wünsche der Bäckersfrau samt dem Renterfrühstücksclub in der Ecke einen schönen guten Morgen und rattere meine Bestellung runter. Zum Ende bemerke ich dann noch: „Und dann hätt ich noch gern das zurückgelegte Brötchen.“

Die Bäckersfrau stutzt, beäugt mich ein wenig befremdlich und greift nach einem Brötchen hinter sich.

„Naja“, lächelt sie mir schließlich zu, „so groß und schlank wie beschrieben sind sie ja gar nicht.“

Trotzdem die Personenbeschreibung meiner Frau sich nicht mit meinem tatsächlichen Körperbau zu decken scheint, lässt sie das Brötchen in die Tüte plumpsen. Glück gehabt. Vielleicht sollte für die nächste Brötchenreservierung die Abfrage eines 16stelligen Codes vereinbart werden, bevor sich noch ein Wildfremder Kerl mit dem kostbaren Brötchen über die Grenze macht. Dann jedoch meldet sich eine andere Kundin im Geschäft zu Wort, der ebenfalls ein Kommentar zu meiner Figur auf der Zunge brennt.

„Ne, an dem ist ordentlich was dran“, lässt sie verklingen.

Nein, was zuviel ist, ist zuviel. Das muss ich mir nicht bieten lassen. Da mir eine spontane Antwort auf eine derartige Äusserung eh erst 3 Stunden später einfällt, entschließe ich mich zu einer anderen Reaktion. Ich ziehe blitzartig meinen kleinen Bauchansatz ein, bezahle meine Brötchen und verlasse den Laden. Hierbei bemerke ich, daß es verdammt schwierig ist, ohne Auszuatmen „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

Jo, is denn scho … Halloween

Jaaaaa, bald ist es wieder soweit. Gestern hab ichs schon im Supermarkt um die Ecke gesehen. Herbstfensterbilder, Herbstgestecke, lustige Herbstmännchen zum vor die Tür stellen und und und und und …

Das beste war jedoch noch die kleine Ecke mit dem ganzen Halloween-Dekozeugs. Ein kurzer Blick auf die Datumsanzeige meiner 25 Euro Luxusuhr aus dem Hause Quelle zeigte mir jedoch den 29.Juli. War Halloween nicht sonst immer irgendwann Ende Oktober? Das wäre ja immerhin eine Vorlaufzeit von 3 Monaten.

Verrückte Welt. Aber man muss es positiv sehen, denn immerhin bedeutet das ja, daß in ca. einem Monat schon die ersten Dominosteine und Zimtsterne in der Süßigkeitenabteilung zu entdecken sein dürften. Und spätestens dann vergeht uns allen das Schwitzen.

Werbeblock

Ich hab mal ein wenig in meinem DVD-Regal aufgeräumt und einige Silberscheiben bei Ebay eingestellt. Vielleicht liest ja hier der eine oder andere mit, der etwas davon gebrauchen kann.

Im Angebot sind: Das Boot – Director´s Cut, DVD-Box: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug / Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff, Dreamcatcher, Geboren am 4. Juli, Langoliers, Men in Black II, Planet der Affen, Shining, V – Die außerirdischen Besucher kommen, V – Die außerirdischen Besucher kommen II, DVD-Box – Quantum Leap Season 2

Außerdem biete ich noch die Bücher Tödlicher Ruhm von Ben Elton und Zeitschaft von Gregory Benford an.

Für XBox-Zocker habe ich dann noch die Limited Collectors Edition von HALO 2.

Erwähnenswert wäre vielleicht noch der dahintersteckende gute Zweck, denn der Erlös dieser Auktionen fliesst in Form einer Tankfüllung in mein Auto. Herzlichen Dank.

Der Supermarkt um die Ecke

Ihnen ist langweilig?
Sie suchen Abwechslung vom Alltag?
Dann kommen Sie zu uns!

Der Supermarkt um die Ecke
Wir bieten Ihnen Attraktionen,
die Ihren Aufenthalt in unseren Räumen unvergessen machen,
wie z.B.:

Amateur-Jonglage: Beobachten Sie zahlreiche Kunden, die der Meinung sind, daß sie für ihren „kleinen“ Einkauf keinen Einkaufswagen benötigen. Spätestens im Bereich der WC-Artikel zeigen unsere Hobbyakrobaten dann, was in ihnen steckt.

Harald, der Handyclown: Staunen und Lachen sie über Harald, der auf der Suche nach Damenbinden per Handy von seiner Frau durch den Supermarkt gelotst wird. (ganztägige Vorstellung)

Senioren Hindernisparcours: Überall im Geschäft haben wir kleine, sich lautstark unterhaltende Seniorenansammlungen plaziert, die ein normales Durchkommen mit dem Einkaufswagen unmöglich machen. Finden Sie die Abkürzung?

Leon, die menschliche Sirene: Leon wartet an der Kasse auf Sie. Lassen Sie sich nicht von seinem harmlosen Aussehen und seinem jungen Alter von 2 1/2 Jahren täuschen, denn sobald sein Lutscher aus der Hand fällt geht es los. Unser kleiner Racker erreicht problemlos die Lautstärke einer Polizeisirene. (Achtung: für körperliche Schäden übernehmen wir keine Haftung)

Natürlich bieten wir noch zahlreiche andere Sensationen. Am besten Sie besuchen uns doch einmal selbst. Wir haben Montag bis Samstag von 8:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.

Limbo im Badezimmer

Wieder einmal startete ein nettes Gespräch im Büro, dessen Themenschwerpunkt sich irgendwann auf das Thema „Ungeziefer“, genauer gesagt „Silberfischchen“ festlegte. Ehrlich gesagt kann ich zum jetzigen Zeitpunkt in keinster Weise rekontruieren, wie es zu diesem Thema kam. Fest steht aber, daß einer der Kollegen im Raum steif und fest von sich behauptete, noch niemals Silberfischchen in seiner Wohnung gehabt zu haben. Für diese Aussage erntete er ungläubiges Kopfschütteln eines anderen Kollegen und schließlich kam dabei heraus, daß er eigentlich noch nicht mal wusste, was denn Silberfischchen genau sind.

Ich erwartete nun, das irgendein anderer Kollege einen üblen und absolut unlustigen Kalauer von sich geben würde, wie zum Beispiel „Silberfischchen sind was für Leute, denen Goldfische zu teuer sind“. Dies war jedoch nicht der Fall.

„Silberfischchen sind was für Leute, denen Goldfische zu teuer sind“, bölkte ich also strahlend heraus.
Eine Kollegin hielt sich genervt die Hand vors Gesicht und murmelte etwas von „übler und absolut unlustiger Kalauer“. Ich musste die Situation also irgendwie retten. Blitzartig gab ich den Begriff Silberfischchen in die Wikipedia ein.

Das Silberfischchen„, begann ich also vorzulesen, „ist ein flinkes, lichtscheues und flügelloses Insekt, das seinen Namen durch seine silbergraue Färbung bekam.“

Bis auf den Begriff „Insekt“ traf diese Beschreibung auch auf Verkaufsberater in Baumärkten zu, wie ich fand. Ich winkte den „Was sind Silberfischchen“-Kollegen zu mir herüber und deutete während ich laut weiterlas auf das Bild das kleinen Schädlings. Sein langgezogenes „Aaaaaah“ zeigte mir, daß er wohl doch schon einmal Feindkontakt hatte.

Schließlich kam ich zum Punkt Vermehrung: „Das Paarungsspiel der Silberfischchen wurde wegen ihrer nächtlichen Lebensweise erst in letzter Zeit bekannt: Das Männchen und das Weibchen laufen während des Vorgangs erregt umher. Das Männchen legt unter Spinnfäden ein Samenpaket ab, und bringt das Weibchen durch eine Art Limbotanz dazu, unter den Faden durchzuschlüpfen. Das Weibchen findet das Samenpaket aufgrund vielfältiger biochemischer Abläufe und nimmt es auf.“

Der Punkt mit dem Limbotanz machte mich wieder stutzig. Stammt die laute Musik die mich in meiner Wohnung immer so nervt gar nicht von den Nachbarn unter mir, sondern von einer Horde geiler Silberfischchen, die eine Orgie in meinem Badezimmer veranstalten? Ich denke, ich werde da mal ein Auge drauf haben.