„Eis-, Eis-Pinguin.
Ich bin ein Eis-, Eis-Pinguin.“

Ein kleines Pinguinmädchen singt und tanzt seiner Pinguinmutter ein völlig albernes Lied vor, um die Pinguinmutter davon abzulenken, daß der Pinguinbruder gerade Schokoriegel aus dem Kühlschrank klaut. Das ist die Grundhandlung eines Werbespots, der seit Wochen im TV läuft. Ganz zu Anfang fand ich die Werbung einfach nur fürchterlich, dann jedoch habe ich diesen Spruch in meinen Floskelarchiv eingelagert, wo er dann und wann auch mal eingesetzt wird. Wenn mich also irgendwann mal jemand um etwas bittet, was mir aber grad gar nicht in den Kram passt, so kann man mit diesem kleinen Liedchen seinen Gesprächspartner wunderbar ablenken.

Beispiele hierfür:
„Herr Dübel, haben Sie schon die Akten bearbeitet, die ich Ihnen heute morgen gegeben habe?“
„Schatz, hast Du schon das Regal aufgehängt, worum ich Dich letzte Woche gebeten habe?“
„Junge, wann kommst Du denn endlich mal wieder Deine Oma besuchen?“

Klappt wunderbar. Nur mache ich mir langsam sorgen, daß einer meinder Verwandten und Bekannten mich bald einweisen lässt.

Der Fernseh-Blues

Gestern hatte ich Besuch. Ein Guter Freund von mir schaute nach längerer Zeit mal wieder vorbei und wir unterhielten uns über dies und das. Irgendwann kamen wir dann auf das Thema „Fernsehen“. Im Prinzip geht es ihm dabei ähnlich wie mir. Wenn man nicht gerade ein teures Pay-TV-Abo abgeschlossen hat, lohnt sich das einschalten eigentlich erst gar nicht. Ich nutze meinen Fernseher eigentlich nur für meine Spielkonsole und meinen DVD-Player, denn Spielfilme mit Werbung sind mir ein Graus.

Jedenfalls kamen wir dann auch auf den beliebten Kulturkanal 9live. Dieser Sender lebt im Prinzip nur davon, daß man den ganzen Tag über dort anrufen kann, um dumme Fragen zu beantworten. Beispiel: „Der E ist das W von P“. Durch die vielen Anrufer finanziert sich der Sender und scheint hiermit gar nicht mal so schlecht zu leben. In den späteren Abendstunden wirds dann etwas pikanter. Die netten Moderatorinnen machen sich langsam aber sicher nackig und … stellen noch immer die gleichen dummen Fragen. Und für nur 49 Cent pro Anruf glüht die Leitung von 9live weiter, bis der „Hot Button“ zuschlägt und einen weiteren potentiellen Gewinner zur Oben-ohne-Moderatorin weiterleitet.

Wie gesagt. 9live geht es gut. Jedenfalls besser als den öffentlich rechtlichen Sendern, anders sind die Methoden der GEZ nicht zu deuten. Ob nun der „nur RTL“-Gucker, der PC-User mit ISDN-Anbindung oder die Oma, die mit Ihrer Goldplombe im Zahn Radio hört. Jeder der ein theoretisch empfangstaugliches Gerät zu hause hat, wird zur Kasse gebeten. Aber irgendwann wird die GEZ erkennen, daß sie mit Ihren Raubrittermethoden nicht weiterkommt. Vielleicht kommt dann der Tag, an dem Alfred Biolek in seiner Kochküche steht, einen Blick auf die Uhr wirft und mit den Worten „Oh, schon so spät“ die Hose fallen lässt. Zur Erleichterung des Zuschauers wird dann unten eine Frage samt Rufnummer eingeblendet. WAS IST HAUPTBESTANDTTEIL EINER ERBENSUPPE? (A)-ERBSEN oder (B)-REIS.

„Jeder Anruf nur 49 Cent, liebe Zuschauer. Rufen Sie an. Der Hot Buttion schlägt gleich zu.“ Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.

Schöne Post

An manchen Tagen macht der Gang zum Briefkasten einfach keinen Spaß. Rechnungen, Werbung und anderes wiederliches Zeugs. Heute jedoch nicht. Zuerstmal gabs eine Postkarte vom Audiotelegramm. Das ist einer der vielen Podcasts die ich aboniert habe und regelmäßig höre. Vor einiger Zeit wurde dort ein kleines Gewinnspiel durchgeführt, bei dem ich nun diese Postkarte gewonnen habe. An dieser Stelle also einen netten Gruß an David Sasse vom Audiotelegramm. Die Karte macht sich auf jeden Fall nett zwischen den Urlaubspostkarten der Verwandtschaft. Irgendwann muss ich mir mal überlegen was ich tue, wenn der Kühlschrank zugepappt ist.

Aber weiter mit der Post. Ein Brief von der Stadt. Ohoh, das bedeutet normalerweise nichts gutes. Aber nicht so heute. Eine Rückzahlung. Na, das lass ich mir gefallen. Und dann noch zwei dicke Umschläge mit CD´s für meine Frau.


Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Mal schauen was morgen so kommt.

Zurück ins normale Leben

Schluß, Aus, das wars. Die WM ist vorbei und der eine oder andere wird wahrscheinlich heute Abend panisch durch die Kanäle zappen und feststellen müssen, daß gestern tatsächlich das letzte WM-Spiel
stattgefunden hat. Wenn man den Nachrichten glauben darf, sind im letzten Monat sogar noch andere Dinge passiert als „nur“ Fußball. Franz Beckenbauer hat seine Heidi geheiratet, Günther Jauch seine Thea. Heidi Klum ist wieder schwanger, Franzi van Almick ebenso. Gestorben sind Drafi „Marmor, Stein und Eisen bricht“ Deutscher und, wie heute bekanntgegeben wurde, Rudi Carell.

Der Hammer Summer war übrigens ein Erfolg. Zwar haben viele mit dem Beginn des Deutschlandspieles die Veranstaltung verlassen, aber der Marktplatz soll dennoch gut gefüllt gewesen sein. Ende gut, alles gut.

Jetzt wo Italien Weltmeister ist, werde ich mal die Speisekarten der verschiedenen Pizzabäcker in meiner Umgebung studieren. Als Griechenland vor zwei Jahren die EM gewonnen hat, gabs ja überall leckere und vor allem günstige Herakles-Teller. Somit bin ich sehr froh, daß Frankreich nicht Weltmeister geworden ist. Eine leckere WM-Pizza ist mir 1000mal lieber als WM-Champion-Froschschenkel.

Wir

Wir wollten Weltmeister werden. Sind wir aber nicht. Stattdessen sind wir Weltmeister der Herzen. Ist ja auch gar nicht schlimm, denn schließlich sind wir ja auch schon Papst. Und Deutschland sind wir sowieso. Dieses Wir-Gefühl mag ja schön und gut sein, aber es verwirrt mich auch ziemlich. Als ich mit meinem Vater zusammen ein Deutschlandspiel im Fernsehen sah, murmelte er „Jetzt müssen wir aber noch ein Tor schießen, sonst wars das“. Ich stutzte. Warum wir? Die Jungs auf dem Platz sind fürs Toreschießen zuständig. Nicht mein Vater und erst recht nicht ich. Ich hab ja nicht mal ein Trikot.

Früher in der Schule war ich immer der letzte auf der Bank, wenn die Teams für irgendwelche Fußball- oder Völkerballspielchen zusammengestellt wurden. Ich hatte auch nicht den blassesten Dunst, was an Fußball so wahnsinnig toll ist. Aber das ist nun Vergangenheit. Heute gehöre ich zu dem großen Wir-Kollektiv, das Weltmeister werden wollte und sowieso immer wusste, daß Klinsi der Beste ist.

Wenn ichs mir so recht überlege, will ich gar kein Wir sein. Wenn da mal ein Tor fällt, muss man nämlich sofort hochspringen und die nächstbeste Person (die auch ein Wir ist) in den Arm nehmen und abknutschen. Sowas kann auch leicht ins Auge gehen. Davon abgesehen bin ich mal gespannt wieviel dieses Wir noch zählt, wenn ich meine nächste große Strom-Gas-Wasser-Abrechnung bekomme.